Presseservice
03.12.2008: MittelrheinBahn geht am 14. Dezember 2008 mit brandneuen Zügen an den Start
Pressekonferenz am 3.12.2008 in Mainz
trans regio nimmt nach europaweiter Ausschreibung zwischen Köln, Koblenz und Mainz den Betrieb auf
Mainz/Koblenz: Am 14.12.2008 nimmt das Kaiserslauterer Eisenbahnverkehrsunternehmen trans regio Deutsche Regionalbahn GmbH (trans regio) den Betrieb im Regionalverkehr zwischen Köln, Remagen, Andernach, Koblenz, Bingen und Mainz (Linke Rheinstrecke) auf. Damit betreibt in Rheinland-Pfalz erstmals ein Mitbewerber der Deutschen Bahn den Nahverkehr auf einer hoch belasteten Hauptstrecke.
Vorangegangen war eine wettbewerbliche Vergabe (Ausschreibung) der Regionalbahnen der betroffenen Linien Mainz – Koblenz und Koblenz – Köln, die derzeit noch von DB Regio erbracht werden. Die Leistungen wurden im Jahr 2005 durch die drei Aufgabenträger: Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd und Nord (ZSPNV Süd und SPNV Nord) sowie dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS, jetzt: Zweckverband Nahverkehr Rheinland, NVR) europaweit ausgeschrieben.
„trans regio gab das wirtschaftlichste Angebot ab und setzte sich so gegen drei namhafte Mitbewerber durch. Der Wettbewerb zwischen den konkurrierenden Bahnunternehmen hat sich dabei als Motor und unverzichtbares Instrument für bessere Angebote im Schienenverkehr erwiesen.“, erklären die beiden Verbandsdirektoren Dr. Thomas Geyer (SPNV Nord) und Michael Heilmann (ZSPNV Süd) und ergänzen: „Wir sind zuversichtlich, dass das Unternehmen die, künftig deutlich höheren, durch den Zweckverband als öffentlichen Aufgabenträger festgelegten Anforderungen an Pünktlichkeit, Sauberkeit und Kundenfreundlichkeit wird erfüllen können. Wir erwarten mit dem Betreiberwechsel im Rheintal einen deutlichen Qualitätsschub“.
Das Angebot der MittelrheinBahn
Die Regionalbahnen der MittelrheinBahn fahren zwischen Köln, Koblenz und Mainz an allen sieben Tagen der Woche im Stundentakt. Zwischen Bingen und Mainz wird dieses Angebot montags bis freitags in den Hauptverkehrszeiten zu einem Halbstundentakt verdichtet. Insgesamt werden von den Zügen der MittelrheinBahn rund 2,9 Mio. Zug-Kilometer pro Jahr erbracht, davon ¾ in Rheinland-Pfalz. Basis ist ein Verkehrsvertrag über eine Laufzeit von 15 Jahren. Die wirtschaftliche Verantwortung für die Verkehrsangebote liegt bei trans regio. Kann das Unternehmen durch gute Qualität Neukunden gewinnen, so verbleibt ihm der daraus resultierende Gewinn komplett.
Premiere des Siemens Desiro Mainlinetrans regio wird auf der MittelrheinBahn fabrikneue dreiteilige Elektro- Triebwagen des Typs DESIRO MAINLINE II des Fahrzeugherstellers Siemens einsetzen. „Wir wollen unsere Fahrgäste mit hochmodernen Zügen in einem attraktiven Design rundum überzeugen“, erklärt Christian Klein, Geschäftsführer von trans regio. Die insgesamt 17 Züge verfügen über 252 Sitzplätze und 240 Stehplätze. Die in einem mattsilber gehaltenen Farbton gehaltenen Fahrzeuge sind mit einer vollautomatischen Klimaanlage und einem modernen Fahrgastinformationssystem ausgestattet. Sie verfügen selbstverständlich über eine behindertenfreundliche Toilette und, nahe den Einstiegsbereichen, ausreichend Platz für Rollstühle. Fahrradtouristen stehen pro Triebzug zwölf Fahrradstellplätze zur Verfügung. Abgerundet wird das Serviceangebote des Zuges durch einen großen Wickeltisch sowie, in der ersten Klasse, große Tische und Steckdosen für Laptops. Mit den, gegenüber den DB-Zügen spurtstärkeren Fahrzeugen können künftig zwischen Mainz und Bingen in fast allen Fällen jene Halte bedient werden, die derzeit, wegen der hohen Zugdichte, ausfallen müssen. Die Züge speisen die Bremsenergie wieder ins Netz der Bahn zurück und sind, sowohl innen wie außen, ausgesprochen leise.
„Sie bieten damit neue Standards im umweltverträglichen und klimafreundlichen Schienenverkehr“, macht Klein deutlich und ergänzt: „Wir setzen damit auch am Mittelrhein ein Zeichen pro Schiene. Wir wollen dazu beitragen, dass die Bahn ihre Spitzenposition als umweltverträgliches Verkehrsmittel behält und die Züge auch im Personenverkehr leiser werden“. Derzeit werden die Fahrzeuge im Probebetrieb eingesetzt, bis zur Betriebsaufnahme werden sie zwischen Mainz und Köln rund 50 000 km absolviert haben. Zur Erhöhung der objektiven und subjektiven Sicherheit befinden sich nach 21:00 Uhr bis zum Betriebsschluss in allen Zügen Zugbegleiter. Darüber hinaus sind alle Fahrzeuge mit einer Videoüberwachung ausgerüstet.
Keine Änderung bei den Tarifen
Eine Veränderung bei den Fahrpreisen ist durch den Start der trans regio nicht zu erwarten – auch nach der Betriebsübernahme sind die Tarife des jeweils zuständigen Verkehrsverbunds mit den entsprechenden Übergangsregelungen weiterhin gültig:
- zwischen Köln und Bonn-Mehlem die Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS)
- zwischen Rolandseck und Oberwesel die Tarife des Verkehrsverbundes Rhein-Mosel (VRM)
- zwischen Bacharach und Mainz die Tarife des Rhein-Nahe- Nahverkehrsverbundes (RNN)
Darüber hinaus werden, im Rahmen einer Tarif- und Vertriebskooperation, im verbundübergreifenden Verkehr die Tarife der Deutschen Bahn AG angewendet. Für den Vertrieb wurden, von trans regio, auf den Bahnhöfen entlang der Strecke insgesamt 58 neue, einfach zu bedienende Fahrkartenautomaten installiert. Die Tarif- und Vertriebskooperation ermöglicht ergänzend hierzu den Kauf der Fahrkarten an jedem Fahrkartenautomat oder Schalter der Deutschen Bahn AG.
Einheitlicher Marketingauftritt – Der neue „Star am Rhein“
Die Aufgabenträger und trans regio haben die gemeinsam gestaltete Einführungskampagne unter das Motto „Der neue Star am Rhein“ gestellt. Die gemeinsame Marketingstrategie von Unternehmen und Aufgabenträgern ist hingegen langfristig angelegt und stellt eine regionale und landesgrenzenüberschreitende Ergänzung der rheinlandpfälzischen Dachmarke „Der Takt“ dar. Das Logo symbolisiert mit seinen grafischen Elementen die enge Verknüpfung zwischen dem Rhein und der ihn begleitenden Bahnstrecke und steht für Bewegung und zukunftsorientierte Mobilität. Ausdruck des gemeinsamen Engagements ist auch die Homepage www.mittelrheinbahn.de, die von trans regio betrieben wird.
Mit Wettbewerb zu besserem Nahverkehr
Die wettbewerbliche Vergabe der MittelrheinBahn ist eingebettet in eine umfassende Strategie zur Verbesserung des Nahverkehrs auf der Schiene in Rheinland-Pfalz. Angelegt wurde diese Vorgehensweise schon vor Jahren durch den Landesverkehrsvertrag mit der Deutschen Bahn. Er sieht das schrittweise Herauslösen einzelner Strecken aus diesem Vertrag und deren Ausschreibung in sinnvollen Paketen vor.
„Dies ist die Basis des Konzeptes Rheinland-Pfalz-Takt 2015, das 20% mehr Angebot im Nahverkehr auf der Schiene vorsieht. Das deutliche Plus soll durch Effizienzgewinne beim SPNV erreicht werden – also durch niedrigere, aber dennoch angemessene Preise für die Regionalverkehrszüge bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität“, so Dr. Geyer und Heilmann zur Erläuterung des Konzeptes. Die Grundzüge des Angebots wurden von Landesverkehrsminister Hendrik Hering im Rahmen des Deutschen Nahverkehrstages am 18. Juni dieses Jahres der Öffentlichkeit vorgestellt.
Derzeit bereiten, bezogen auf ganz Rheinland-Pfalz, die beiden Zweckverbände fünf weitere Streckenpakete für den Wettbewerb vor. Bis Dezember 2014 werden alle SPNV-Leistungen in Rheinland-Pfalz durch Vergabeverfahren auf neue vertragliche Grundlagen gestellt sein.
Die beiden rheinland-pfälzischen kommunalen Zweckverbände ZSPNV Süd und SPNV Nord sind die nach dem Landesnahverkehrsgesetz bestimmten Aufgabenträger für den regionalen Schienenverkehr und damit für die Entwicklung der Angebote, die Vergabe der Leistungen sowie die Kontrolle der festgelegten Qualität verantwortlich. Nähere Informationen unter www.dertakt. de.
Die trans regio Deutsche Regionalbahn GmbH ist eine Tochtergesellschaft der EuRailCo GmbH (75,1 %) und der Rheinbahn AG (24,9 %). Anteilseigner der EuRailCo sind mit je 50 % die RATP Développement und die TRANSDEV, zwei führende Nahverkehrsunternehmen mit insgesamt 140 Bus-, Straßenbahn- und Eisenbahnbetrieben weltweit. Nähere Informationen unter www.trans-regio.de


